Es war entsetzlich kalt, es schneite, und der Abend dunkelte bereits. Es war der letzte Abend im Jahre, Silvesterabend. 

In dieser Klte und in dieser Finsternis ging auf der Strae ein kleines armes Mdchen mit bloem Kopfe und nackten Fen. 

Es hatte wohl freilich Pantoffeln angehabt, als es von Hause fort ging, aber was konnte das helfen? 

Es waren sehr groe Pantoffeln, sie waren frher von seiner Mutter gebraucht worden, so gro waren sie, und diese hatte die Kleine verloren, als sie ber die Strae eilte, whrend zwei Wagen in rasender Eile vorberjagten. 

Der eine Pantoffel war nicht wiederaufzufinden und mit dem anderen machte sich ein Knabe aus dem Staube, welcher versprach, ihn als Wiege zu benutzen, wenn er einmal Kinder bekme. 

Da ging nun das kleine Mdchen auf den nackten zierlichen Fchen, die vor Klte ganz rot und blau waren. In ihrer alten Schrze trug sie eine Menge Schwefelhlzer und ein Bund hielt sie in der Hand. 

Whrend des ganzen Tages hatte ihr niemand etwas abgekauft, niemand ein Almosen gereicht. Hungrig und frostig schleppte sich die arme Kleine weiter und sah schon ganz verzagt und eingeschchtert aus. 

Die Schneeflocken fielen auf ihr langes blondes Haar, das schn gelockt ber ihren Nacken hinab floss, aber bei diesem Schmucke weilten ihre Gedanken wahrlich nicht. 
Aus allen Fenstern strahlte heller Lichterglanz und ber alle Straen verbreitete sich der Geruch von kstlichem Gnsebraten. 

Es war ja Silvesterabend, und dieser Gedanke erfllte alle Sinne des kleinen Mdchens. 

In einem Winkel zwischen zwei Husern, von denen das eine etwas weiter in die Strae vorsprang als das andere, kauerte es sich nieder. 

Seine kleinen Beinchen hatte es unter sich gezogen, aber es fror nur noch mehr und wagte es trotzdem nicht, nach Hause zu gehen, da es noch kein Schchtelchen mit Streichhlzern verkauft, noch keinen Heller erhalten hatte. 

Es htte gewiss vom Vater Schlge bekommen, und kalt war es zu Hause ja auch. Sie hatten das bloe Dach gerade ber sich, und der Wind pfiff schneidend hinein, obgleich Stroh und Lumpen in die grten Ritzen gestopft waren. 

Ach, wie gut musste ein Schwefelhlzchen tun. Wenn es nur wagen drfte, eins aus dem Schchtelchen herauszunehmen, es gegen die Wand zu streichen und die Finger daran zu wrmen. 