Zwei Bergleute arbeiteten immer gemeinschaftlich. Einmal, als sie anfuhren und vor Ort kamen, sahen sie an ihrem Geleucht, dass sie nicht genug l zu einer Schicht auf den Lampen hatten. Was anfangen? Ginge ihnen das l aus, so dass sie im Dunkeln sollten zu Tage fahren, wrden sie gewiss unglcklich sein, da der Schacht schon gefhrlich war. Fhren sie aber gleich aus, um vom Haus l zu holen, so wrde sie der Steiger streifen, und das mit Lust, denn er war ihnen nicht gut. 

Wie sie also besorgt standen, sahen sie ganz fern in der Strecke ein Licht, das ihnen entgegenkam. Anfangs freuten sie sich, als es aber nher kam, erschraken sie gewaltig, denn ein ungeheurer, riesengroer Mann ging, ganz gebckt, in der Strecke herauf. Er hatte eine groe Kappe auf dem Kopf und war auch sonst wie ein Mnch gekleidet, in der Hand aber trug er ein mchtiges Grubenlicht. Als er bis zu den beiden, die in Angst da stillstanden, geschritten war, richtete er sich auf und sprach: - Frchtet euch nicht, ich will euch kein Leid antun, vielmehr Gutes. Dann nahm der Riese ihr Geleucht und schttete l von seiner Lampe darauf. Dann aber griff er ihr Werkzeug und arbeitete ihnen in einer Stunde mehr, als sie selbst in der ganzen Woche bei allem Flei herausgearbeitet htten. 

Nun sprach er: - Sagt es keinem Menschen je, dass ihr mich gesehen habt. Zuletzt schlug er mit der Faust links an die Seitenwand. Sie tat sich auseinander, und die Bergleute erblickten eine lange Strecke, ganz von Gold und Silber schimmernd. 

Und weil der unerwartete Glanz ihre Augen blendete, so wendeten sie sich ab, als sie aber wieder hinschauten, war alles verschwunden. Htten sie ihre Bilhacke oder sonst nur einen Teil ihres Werkzeugs hineingeworfen, wre die Strecke offengeblieben und ihnen viel Reichtum und Ehre zugekommen. Aber so war es vorbei, wie sie die Augen davon abgewendet hatten. 
